Hund auf einem gemütlichen Sofa

Der tut nix – heute mal anders als sonst üblich bekannt….

Der tut nix – heute mal anders als sonst üblich bekannt….

Seit knapp 4 Wochen haben wir ein neues Familienmitglied im Haus – eine zarte und zu tief verängstigte Seele an Hund. Vermutlich ist er noch nicht einmal 2 Jahre alt, ein Alter, in welchem Hunde in der Regel neugierig, frech, feurig und lustig sind und auch genau so sein sollen!

In unserem Hund ist kein Feuer, nicht einmal mehr etwas Glut lässt sich finden….er ist ein Tut-Nix.

Er tut nämlich nichts – er verhält sich nicht!

Er ist total brav und pflegeleicht, zerstört nix, fordert nix, zieht nix an der Leine, erkundet nix und gar nix!

Und das ist einfach überhaupt nix, außer unendlich traurig!

Nein, ich zergehe nicht in Leid deswegen und möchte auch keine Huldigungen wegen ach so toller Großherzigkeit, sich ihm angenommen zu haben, der kleine Mann ist ja quasi erst seit gestern da und ich fokussiere mich voll und ganz auf die Minischrittchen, die er macht und freue mich über jede kleine Regung und Veränderung!

Ich möchte an dieser Stelle einfach nochmal ein Plädoyer für alle jungen, (aber auch weniger jungen) wilden, ungestümen und feurigen Hunde halten!

Gebt euren Hunden Zeit, lasst sie reifen, genießt ihre Unbeschwertheit und verlangt ihnen verdammt nochmal keine Unhundlichkeiten ab!

Arbeitet positiv, mit Humor und mit Weitblick !

Hört auf vom ewig braven Hund zu träumen, der irgendwelche gesellschaftlichen Normen erfüllen muss und daher schon in jüngsten Monaten am besten wie ein Zinnsoldat zu folgen hat!

Oft gestaltet sich das nämlich so wie das Ding mit dem Bumerang…

Hört auf, Hunde zu brechen, ihre Verhaltensweisen immer nur als opportun einzustufen, wild und fachlich falsch zu interpretieren – dadurch entsteht so viel Unrecht!

Hört auf, euch Spezialisten ins Haus zu holen um dann alles daran zu setzen ihre Jahrzehnte, teils Jahrhunderte lange Selektion auf bestimmte Verhaltensweisen zu unterdrücken!

Riskiert es nicht, euch einen Tut – Nix zu formen, denn dieser Hund wird nicht glücklich sein.

Ich freue mich unendlich auf den Tag, an welchem unser Jagdhund das Jagen beginnen wird – ich werde nicht dagegen arbeiten, sondern die Weichen so stellen, dass er sich im Sinne seiner Spezifikation so gut als möglich ausleben darf, ohne dabei Wild zu hetzen oder anderweitig zu gefährden und dennoch glücklich und zufrieden von den Spaziergängen heim kehren wird!

Denn nichts ist tatsächlich schlimmer, als einen Tut – Nix erleben zu müssen.

Ob nun den unsrigen, durch seine Vergangenheit in seinem Ursprungsland, oder den deutschen Zuchthund durch irgendwelche tierschutzwidrigen Trainingsmethoden nach der Philosophie von XYZ oder wie auch immer.